Symptome
von Mukoviszidose
Nicht Asthma, Keuchhusten oder
Zöliakie - Alles
Die Erkrankung führt in der Regel
zu nachteiligen Veränderungen jeglicher Sekretion an
der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, der Leber, dem Dünndarm,
der Haut sowie den Geschlechtsorganen.
Der zähe Schleim, der
aufgrund des gestörten Chloridaustauschs entsteht, kann
nur schlecht oder gar nicht aus der Lunge abtransportiert
werden. Dies kann zu einer Verengung der Luftwege führen
und das Atmen behindern. Husten und Auswurf lassen an eine
Infektionskrankheit denken. Mukoviszidose ist jedoch nicht
ansteckend! CF-Patienten sind jedoch durch bestimmte Keime
besonders gefährdet, die für Gesunde normalerweise
keine Infektionsgefahr darstellen. Dies sind vor allem die
Bakterien Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und
Burkholderia cepacia sowie der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus.
Der häufigste Infektionserreger bei Mukoviszidose ist
das Bakterium Pseudomonas aeruginosa (siehe Abbildung 1),
das in der verschleimten Lunge von CF-Patienten einen perfekten
Nährboden findet. Hier kann er sich einnisten und zu
folgeschweren Lungenentzündungen führen. Im Säuglings-
und Kindesalter spielt eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus
aureus die größere Rolle. Das Bakterium siedelt
sich als erstes in den Nasenschleimhäuten an und dringt
von dort in die tieferen Atemwege der Lunge vor. Die Infektionsrate
mit Burkholderia cepacia ist bei Mukoviszidose Betroffenen
generell sehr niedrig, weniger als drei Prozent weisen diesen
Keim auf. Pilze wie Aspergillus fumigatus sind zwar häufig
in der Lunge von CF-Patienten nachzuweisen, lösen aber
nur selten Infektionen aus. Die genannten immer wiederkehrenden
Infektionen schädigen das Lungengewebe, weil zu ihrer
Abwehr Zellen des Immunsystems aktiviert werden, die aggressive
chemische Substanzen und Enzyme freisetzen und so entzündliche
Reaktionen auslösen. Die Zerstörung und Verengung
der Bronchien schreitet mit der Zeit so weit fort, bis schließlich
die Lunge versagt.
Bei rund 90 Prozent der Erkrankten
verschließt der zähe Schleim die Oberfläche
der Bauchspeicheldrüse (siehe Abbildung 2). Der Abfluss
der in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme
wird verhindert. Langfristig kann es zu einer Pankreasinsuffizienz
kommen: die Bauchspeicheldrüse gibt dann ihre Funktion
vollständig auf. Die dadurch bedingte Nichtaufnahme der
lebenswichtigen Nährstoffe wird durch einen erhöhten
Energiebedarf begleitet. Viele Patienten leiden deshalb an
Untergewicht. Bei etwa 10 Prozent der Erkrankten ist kurz
nach der Geburt eine Operation wegen eines Darmverschlusses
notwendig. Dieser Verschluss entsteht durch ein extrem zähes
Mekonium, also den ersten Stuhl des Neugeborenen. Durch eine
Verstopfung der Gallengänge wird zudem die Abgabe des
für die Verdauung notwendigen Gallensaftes in den Zwölffingerdarm
behindert bzw. verhindert.
Infolge der nicht normal
funktionierenden Schweißdrüsen enthält der
Schweiß erheblich mehr Kochsalz als der von gesunden
Personen. Das hauptsächlich aus Wasser bestehende Sekret
wird bei gesunden Menschen am Grund der Drüsen gebildet
und fließt dann durch einen Gang zur Hautoberfläche.
Anfangs ist es reich an Natrium- und Chlorid-Ionen; aber während
seiner Passage werden diese vom Wandepithel, das die Schweißdrüsen
auskleidet wieder aufgenommen, so dass die ausgeschwitzte
Flüssigkeit nur noch schwach salzhaltig ist. Bei Patienten
mit Mukoviszidose hingegen nimmt das Epithel keine Chlorid-Ionen
aus dem Gang auf und im Zusammenhang damit auch schlechter
Natrium-Ionen, so dass der Schweiß ungewöhnlich
salzig bleibt.
Aufgrund der Anomalie von
Samenleiter und Nebenhoden, sind über 90% der Männer
zeugungsunfähig; auch viele Frauen sind unfruchtbar,
da die starke Verschleimung mit Pfropfen in den Eileitern
den Spermien den Weg versperren. |