Medikamentöse
Behandlung bei Mukoviszidose
Von Vitamin A bis Zink
Zur Behandlung der Pankreasinsuffizienz
ist eine Enzymsubstitution unerlässlich. Dazu müssen
die Patienten zu jeder Mahlzeit Pankreatin einnehmen. Es wird
aus tiereischen Bauchspeicheldrüse hergestellt und dient
zur Verdauung von Fett (Lipase), Eiweiß (Proteasen)
und Kohlehydrate (Amylasen) und entfaltet seine optimale Wirkung
im oberen Dünndarm (siehe Abbildung 1). Die Lipasen benötigt
der Körper außerdem für die Aufnahme der fettlöslichen
Vitamine A, E, D und K, die zumeist ebenfalls substituiert
werden müssen. Zur Verflüssigung des Schleims dient
Acetylcystein; es spaltet die chemischen Brücken zwischen
Schleim-Eiweißen.
Die Inhalationstherapie
der Atemwege und Lunge zielt vor allem darauf ab, dass das
zähe Sekret, welches die Bronchien verstopft, möglichst
effektiv entfernt werden kann. Ein neuerer Therapieansatz
besteht im Inhalieren des Enzyms DNAse. Dieses Enzym trägt
zur Verflüssigung des Schleims dadurch bei, dass es die
langen verklebenden Stränge der DNA zerlegt. Die Inhalation
von bronchienerweiterndne Substanzen führt dazu, dass
sich die Bronchien erweitern, indem bestimmte Muskelzellen
erschlaffen. Zur Bekämpfung von Infektionen, beispielsweise
durch Pseudomonas aeruginosa, werden Antibiotika inhaliert.
Gentamicin
Bereits seit einigen Jahren ist
bekannt, dass ein Fehler, der durch bestimmte Mutationen auftritt,
durch eine Behandlung mit Gentamicin umgangen werden kann.
Der Fall ist dies bei den so genannten Stop-Mutationen, bei
denen die Produktion des CFTR mittendrin "gestoppt"
wird. Ausreichende Studien über die klinischen Effekte
von Gentamicin gibt es leider noch nicht. Sven Keune - selbst
Mukoviszidose-Patient - hat
sich daher zu einem einmonatigen Selbstversuch entschlossen,
dessen Verlauf er in Form eines Tagebuches dokumentiert hat.
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