Der
Krankheitsmechanismus der Mukoviszidose
Es fehlt die Luft zum Atmen
Die Mukoviszidose wird durch eine Proteinmutation
hervorgerufen. Das betroffene Gen wird auch CFTR-Gen (Cystic
Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator) genannt. Lokalisiert
hat man es auf Position 7q31.2 in der Region q31-q32 des langen
Arms des Chromosoms 7 (siehe Abbildung 1). Es sind über
1100 Mutationen bekannt, die zu Mukoviszidose führen;
am häufigsten ist ein Genfehler, der DeltaF508 genannt
wird. Bei einer erkrankten Person fehlt aufgrund der defekten
Gene in diesem Protein an der Stelle 508 die Aminosäure
Phenylalanin. Dieses Protein fördert in der Zellmembran
den Chloridtransport zwischen Zellinneren und Zelläußeren.
Bei dem mutierten Protein ist dieser Transport gestört.
Vererbung
Mukovisidose ist die häufigste autosomale rezessive Erbkrankheit
der weißen Bevölkerung. Rund 5 Prozent der weißen
Amerikaner und Europäer sind Träger eines defekten
Gens. Die Wahrscheinlichkeit an Mukoviszidose zu erkranken
beträgt in Europa und den USA etwa 1 : 2500. Das heißt,
dass auf etwa 2500 Geburten weißer Eltern ein an Mukoviszidose
erkranktes Kind kommt. mehr...
Diagnose
Als man von der Mukoviszidose als Krankheitsbild noch gar
nichts ahnte, gab es schon eine Volksweisheit: Es hieß,
dass ein Kind, das beim Kuss auf die Stirn salzig schmeckt,
"verhext" sei und nicht lange leben werde. An diesem
Zeichen ist Mukoviszidose noch heute zu erkennen - das Diagnoseverfahren
wird neben anderen auch heute noch angewandt. mehr...
Symptome
Die Veränderungen im CFTR-Protein führen dazu, dass
ein abnorm zäher Schleim produziert wird, der vor allem
die Lunge, die Bauchspeicheldrüse, die Leber und den
Darm verstopft (siehe Abbildung 2). Der Schleim in der Lunge
kann nicht mehr effektiv von den Flimmerhärchen abtransportiert
werden, Fremdpartikel und Schleim verbleiben in der Lunge,
verstopfen diese, und bieten einen Nährboden für
Bakterien. Die Verdauung ist gestört, weil der zähflüssige
Schleim die Abgabe von Enzymen durch die Bauchspeicheldrüse
an den Darm verhindert. Darüberhinaus ist Mukovisidose
an vielen weiteren Symptomen fest zu machen. mehr...
Folgeerkrankungen
In Folge der Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse
kommt es zu einer Verminderung der Insulinproduktion und einer
Insulinresistenz. Der Blutzuckerspiegel erhöht sich chronisch,
es kommt zu einem CF-Diabetes. Zudem ist die Osteoporose ein
großes Problem. Mit fortschreitendem Lebensalter der
Mukoviszidosepatienten kann auch die Funktionen der Leber
beeinträchtigt werden. Eine Folge der Lungenerkrankung
ist der Lungenriss (Pneumothorax) - eine Luftansammlung zwischen
Lungen- oder Brustfell. Zudem kann es bei Verletzungen der
Atemwegsgefäße zu Lungenbluten kommen. |